Der Abend begann um 18:30 Uhr mit Einlass und Sektempfang, bei dem die Gäste Gelegenheit hatten, sich vor dem offiziellen Programm etwas auszutauschen. Es folgte die Begrüßung durch den Vorstand sowie ein kurzes Grußwort mit Vorstellung der Projektleitungen und Dank an die anwesenden Ehrengäste und Partner. Den inhaltlichen Höhepunkt des Abends bildete von 19:15 bis 20:15 Uhr eine Podiumsdiskussion, moderiert von FAUST-Mitglied Svenja Mach. Diese zeichnete den Wandel der Sicherheitspolitik über die vergangenen 15 Jahre nach, entlang der Gründung FAUSTs am 14. März 2011 bis in die Gegenwart. Für dieses Panel konnten drei Gäste gewonnen werden, die diesen Wandel aus ganz unterschiedlichen Perspektiven begleitet haben: Prof. Dr. Christopher Daase von der Goethe-Universität Frankfurt und dem Peace Research Institute Frankfurt (PRIF), Dr. Elvira Rosert, die ebenfalls an Goethe-Universität und PRIF ihre wissenschaftliche Laufbahn begann und seit Mai 2026 Head of Strategy am Metis Institut der Universität der Bundeswehr München ist, sowie Aaron Daviet, der über zwanzig Jahre als amerikanischer Diplomat tätig war und heute im Rahmen von NSATU für den International Staff der NATO die Zusammenarbeit mit der Ukraine unterstützt.
Die Diskussion gliederte sich in drei Zeitabschnitte. Im ersten Block, der die Jahre 2011 bis 2014 umfasste, ging es um den Arabischen Frühling, den Bürgerkrieg in Syrien und schließlich die Annexion der Krim – Ereignisse, die grundlegende Annahmen über die europäische Sicherheitsordnung erstmals infrage stellten. Prof. Daase ordnete diese Entwicklungen anhand seines Konzepts vom „Wandel der Sicherheitskultur" ein, das er kurz vor der Gründung FAUSTs veröffentlicht hatte. Dr. Rosert ergänzte die Perspektive internationaler Normen und Global Governance aus ihrer damaligen Forschung, während Herr Daviet aus seinen diplomatischen Stationen in Belarus, Polen und Südafrika berichtete und schilderte, wann er selbst erstmals eine grundlegende Veränderung der europäischen Sicherheitslage wahrnahm.
Der zweite Block widmete sich den Jahren 2015 bis 2021 und damit unter anderem dem Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat, der Rückkehr von Abschreckung und Bündnisverteidigung nach der Krim-Annexion sowie schließlich der COVID-19-Pandemie als einer neuen Form grenzüberschreitender Unsicherheit. Besonders eindrücklich schilderte Herr Daviet seine drei sehr unterschiedlichen Stationen in dieser Zeit als Senior Political Officer in Erbil, als Foreign Policy Advisor der US Marine Forces Europe and Africa in Stuttgart und als Leiter der politischen Abteilung der amerikanischen Botschaft in Kopenhagen. Prof. Daase knüpfte mit seiner Arbeit am Friedensgutachten an, während Dr. Rosert auch ihre Erfahrungen aus der Pandemie-Debatte einbrachte.
Im dritten und letzten Block, der die Jahre seit 2022 in den Blick nahm, standen naturgemäß der russische Großangriff auf die Ukraine und die deutsche „Zeitenwende" im Mittelpunkt. Dr. Rosert reflektierte hier auch ihren persönlichen Bezug zu Litauen sowie ihren beruflichen Wechsel zur strategischen Vorausschau am Metis Institut. Herr Daviet berichtete von seiner heutigen Arbeit für NSATU und der Unterstützung der Ukraine. Zum Abschluss richteten alle drei Podiumsgäste in jeweils einem Satz den Blick nach vorn auf die kommenden 15 Jahre und darauf, welche sicherheitspolitische Entwicklung heute vielleicht noch unterschätzt wird. Die Diskussion verband auf diese Weise wissenschaftliche, diplomatische und sicherheitspolitisch-praktische Perspektiven zu einem stimmigen Rückblick auf 15 Jahre FAUST. Nach der Podiumsdiskussion dankte die Moderation den Gästen und übergab kleine Gastgeschenke, bevor der Abend in den geselligen Teil überging. Ab 20:30 Uhr wurde bei Pizza, Snacks und einer breiten Getränkeauswahl bis kurz vor Mitternacht gefeiert und genetzwerkt.
Die enge Zusammenarbeit mit dem Netzwerk e.V. und dessen Großzügigkeit sowie die Gastfreundschaft von secori advisors trugen wesentlich zum Erfolg des Abends bei. Insgesamt war das Sommerfest ein würdiger Rahmen für das 15-jährige Jubiläum: Es verband den Rückblick auf die Geschichte FAUSTs mit einem inhaltlich hochwertigen Panel und einem geselligen Ausklang, der den kooperativen Charakter zwischen FAUST und dem Netzwerk e.V. sichtbar machte. FAUST bedankt sich herzlich bei allen Gästen, Panelist:innen, Helfer:innen und Partnern, die diesen Abend möglich gemacht haben.




