Eine vierköpfige Gruppe der BSH-Regensburg nahm am Programm des zweiten Tages teil. (siehe https://ata-dag.de/veranstaltung/nuernberger-sicherheitstagung-2026/ )
Im ersten Panel widmeten sich Moderator Ulrich Lechte, Ukraine-Experte Mattia Nelles und die litauische Sicherheitsexpertin Laura Tatarelyte der strategischen Lage Europas im Kontext des Ukraine-Krieges. Diskutiert wurden unter anderem die verstärkte NATO-Präsenz an der Ostflanke, etwa durch die Stationierung einer deutschen Brigade in Litauen, sowie die sicherheitspolitische Dynamik des Krieges. Dabei wurde auch die veränderte Rolle der Ukraine angesprochen, die zunehmend als aktiver Akteur mit eigenen militärischen und technologischen Beiträgen wahrgenommen wird.
Im zweiten Panel stand die Rolle der Vereinigten Staaten im Zentrum. Auf Grundlage aktueller Einschätzungen aus den USA durch Dr. Christoph von Marschall (Tagesspiegel), wurde die Zukunft der transatlantischen Beziehungen diskutiert. Thematisiert wurden sowohl bestehende sicherheitspolitische Kontinuitäten als auch mögliche Veränderungen, die sich aus innenpolitischen Entwicklungen ergeben könnten. Daraus ergab sich die Frage nach den Konsequenzen für die europäische Außen- und Sicherheitspolitik.
Das dritte Panel richtete den Blick auf den Nahen Osten, insbesondere auf den Iran. Shahrzad Eden Osterer brachte dabei eine Perspektive aus der iranischen Gesellschaft ein und verwies auf die wachsende Unzufriedenheit mit dem Regime sowie auf veränderte Wahrnehmungen internationaler Akteure. Auch die Rolle Deutschlands wurde kritisch eingeordnet. Ergänzend beleuchtete Veronika Grimm die wirtschaftlichen Dimensionen des Konfliktgeschehens und deren Bedeutung für zukünftige Stabilisierungsperspektiven. Der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in Deutschland, Ahmed Alattar, ergänzte die Perspektive um die Rolle der Golfstaaten im Konflikt.
Den letzten fachlichen Input des Tages gab Dr. Sarah Kirchberger zum Thema China und dessen Rolle in einer sich wandelnden Weltordnung. Diskutiert wurde insbesondere, wie China von globalen Konflikten profitiert, ohne selbst im Zentrum militärischer Auseinandersetzungen zu stehen, und seinen Einfluss schrittweise ausbaut.
Über alle Panels hinweg verdichtete sich eine zentrale Frage: Welche Rolle müssen Deutschland und Europa in dieser sich verändernden internationalen Ordnung einnehmen? Nicht im Sinne von Möglichkeiten, sondern als strategische Notwendigkeit. Die Tagung machte deutlich, dass sich Europa zunehmend in einem Umfeld positionieren muss, das von Unsicherheit, Machtverschiebungen und neuen Formen geopolitischer Konkurrenz geprägt ist.