Der BND - ein zahnloser Tiger?

Am 09.01. besuchte uns Prof. Wolfgang Krieger, um über den Bundesnachrichtendienst (BND) und ihre historische sowie aktuelle Rolle in der Außen- und Sicherheitspolitik Deutschlands zu reden. Professor Krieger ist Historiker an der Phillips-Universität Marburg mit Fokus auf Internationale Beziehungen und Geheimdienste, Nachrichtendienste und Sicherheitspolitik. Außerdem hat er schon an der Sciences Po in Paris, der University of Toronto, und der Johns Hopkins University in Bologna, u.a. gelehrt.

Er gab erstmals einen historischen Überblick über Nachrichtendienste und ihr Werdegang in Deutschland – von vor 1914, über den Weltkriegen, bis hin zu der Nachkriegszeit und die heutige Situation.

Es wurde klar, dass der BND Deutschlands eine gemischte Bilanz hinsichtlich ihrer Effektivität und sicherheitspolitischen Einfluss erzielt. Er ist verantwortlich für mehrereErfolge deutscher Außen- und Sicherheitspolitik, beispielsweise die enge Zusammenarbeit imWesten, die richtige Einschätzung der DDR-Staatskrise und gelungene Operationen. Jedoch ist er auch von einigen Schwächen betroffen. Der BND müsse in manchen Aspekten auf den neusten Stand gebracht werden und weiter in Deutschlands sicherheitspolitischer Infrastruktur integriert werden, um Fehleinschätzungen von Krisen zu vermeiden und effizientere Arbeit zu gewährleisten.

Prof. Krieger machte klar, dass die aktuelle Regierung deshalb einige Maßnahmen eingeleitet hat: 2025 wurde der Nationale Sicherheitsrat (NSR) gegründet und es soll das BND-Gesetz erneuert werden. Zudem wurde nach langer Zeit wieder ein erfahrener Sicherheitsexperte BND-Präsident.

Das Fazit? Dem Tiger des BNDs wurde über vergangene Jahrzehnte durch verspätete Ausrichtung auf Veränderungen und bürokratische Restriktionen einige Zähne gezogen, doch machtlos ist er nicht – es gibt Neuerungen, die diese Probleme ankämpfen sollen und eine Ausrichtung an die neue globale Ordnung anstreben.