Beim Vortrag am 28. Januar 2026 standen zunächst die Unterschiede der sicherheitspolitischen Kulturen Deutschlands und Polens im Vordergrund, die insbesondere in der Vergangenheit zu unterschiedlichen Bedrohungswahrnehmungen gegenüber Russland führten.
Besonders aufschlussreich war dabei, dass ein größeres deutsches Engagement an der NATO-Ostflanke in Osteuropa mit Wohlwollen betrachtet werde. Dies ergebe sich bereits aus dem wirtschaftlichen Gewicht Deutschlands als größte Volkswirtschaft Europas. Deutschland als Partner der osteuropäischen Staaten sei daher – auch angesichts langfristiger Verschiebungen US-amerikanischer Kräftedispositive nach Ostasien – mehr denn je gefragt.
Ausdrücklich nicht in Konkurrenz zu anderen europäischen Staaten versteht Polen somit den Aufwuchs der eigenen Streitkräfte. Die Verteidigung der Ostflanke sei eine Aufgabe, die sich nur gemeinschaftlich und auch mit einem erheblichen quantitativen Aufwuchs lösen lasse.
Sicherheitspolitische Zukunftsperspektiven zwischen Berlin und Warschau ergäben sich daher abseits der Streitkräfte auch im Bereich der Rüstungskooperation.
Die Fragerunde, die ebenfalls einen erheblichen Teil des Besuchs ausmachte, war für die PAS besonders wertvoll, da diese die Möglichkeit eröffnete, aus erster Hand vom polnischen Blick auf die Zeitenwende zu erfahren. Der Botschaft der Republik Polen in Deutschland bleibt die PAS daher mit großer Dankbarkeit verbunden.