Ziel der Veranstaltung war der Austausch der Gäste über den
aktuellen Zustand der transatlantischen Beziehungen in der Ära
Donald Trumps. Hierzu wurden Vertreterinnen und Vertreter
aus Wissenschaft und Medien eingeladen, die das Podium bildeten,
welches von Frau Eva Rieger (Lehrstuhl Internationale Politik,
Universität Passau) moderiert wurde. Das Podium bestand aus Herrn
Prof. Lars Rensmann (Universität Passau), Herrn Prof. Karsten Fitz
(Universität Passau), Frau Prof. Gerlinde Groitl (Universität Regensburg)
sowie Herrn Arthur Landwehr (ehemaliger ARD-Korrespondent in
Washington).
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorstand und der Vorstellung
der Teilnehmenden begann die Veranstaltung mit der Frage nach der
neu erschienenen amerikanischen Sicherheitsstrategie. Frau Prof. Groitl
bewertete das Papier sowie Trumps kritische Haltung gegenüber der
Europäischen Union als wenig überraschend. Trump habe mehrfach
seine negative Sicht auf die EU deutlich gemacht. Ihrer Einschätzung
nach stehe das eigene Land weiterhin im Zentrum amerikanischer Interessen,
zugleich bleibe Europa für die USA jedoch von strategischer Bedeutung.
Daher bestehe kein Interesse daran, die Europäische Union scheitern zu sehen.
Herr Prof. Rensmann schloss sich dieser Einschätzung an und betonte, dass
Trump sich zunehmend von etablierten Regeln und Normen der internationalen
Ordnung entferne und stattdessen eine Außenpolitik verfolge, die stark auf
nationalen Interessen und Werten beruhe.
Im weiteren Verlauf der Diskussion richtete sich der Fokus auf die
innenpolitische Entwicklung unter Donald Trump. Herr Landwehr verwies
auf den veränderten Umgang mit den Medien, da der Zugang von Journalistinnen
und Journalisten zum Weißen Haus inzwischen stärker durch die Regierung selbst
kontrolliert werde. Zugleich betonte er die zunehmende Bedeutung kulturpolitischer
Themen. Der Kulturkampf habe sich zu einem zentralen Bestandteil von Trumps
politischer Agenda entwickelt und passe zu dessen Selbstverständnis als
Vertreter einer nationalkulturellen Identität. Trump stelle dabei grundlegende
Fragen nach dem zukünftigen Selbstbild der USA und spreche von amerikanischem
Nationalismus, nicht jedoch explizit von weißem Nationalismus.
Herr Prof. Fitz unterstrich, dass Politik nicht von kulturellen und gesellschaftlichen
Entwicklungen zu trennen sei. Die zugespitzte Rhetorik Trumps trage zur
Polarisierung bei und könne auch Auswirkungen auf europäische Debatten haben.
Vergleichbare kulturkämpferische Narrative seien bereits im politischen
Diskurs der AfD zu beobachten. Dieser Einschätzung widersprach Herr Prof.
Rensmann und argumentierte, Trump bediene bewusst auch ethnisch geprägte
nationalistische Elemente.
verfasst von Melanie Lang