Fern und doch so nah: Karrierewege in der Außen- und Sicherheitspolitik bei der II. FAUST Career Night

Wie sticht man unter tausend Bewerbungen heraus, was macht man in der Beratung eigentlich wirklich, und wie gelingt das Netzwerken, ohne dass es sich aufgesetzt anfühlt? Fragen wie diese standen im Mittelpunkt der II. FAUST Career Night, zu der wir als Fachgruppe für außen- und sicherheitspolitische Themen (FAUST) am 9. Juli 2026 eingeladen haben. Der Einstieg in sicherheits- und außenpolitische Berufsfelder wirkt aus der Ferne oft wie eine Festung aus „Idealprofilen". Der Abend zeigte, dass der Weg dorthin begehbarer ist, als er scheint.

Die zweite Ausgabe unserer im Februar begonnenen Reihe von Karriere- und Netzwerkveranstaltungen mit außen- und sicherheitspolitischem Fokus ermöglichte uns erneut, den Brückenschlag zwischen Studium und Praxis umzusetzen, der eines unserer Hauptanliegen ist. Der Einladung folgten 25 Interessierte und fünf Gäst:innen, die Einblicke aus sehr unterschiedlichen Berufswelten im weiteren Umfeld von Sicherheit, Verteidigung und Außenpolitik mitbrachten: Risk Consulting für verschiedene Branchen, AI & Defense, Ausfuhrkontrolle und Corporate Risk Management. Diese breite Aufstellung lud die Teilnehmenden ein, ganz verschiedene Berufsbilder und Werdegänge kennenzulernen und zu erfahren, wie unterschiedlich Auswahlkriterien, Berufsalltag und Erfolgsfaktoren dort ausfallen.

Nach der Begrüßung durch unsere Projektleitung und Moderatorin Laura und einer kurzen Vorstellung unserer Hochschulgruppe stellten sich die Gäst:innen zunächst selbst vor. Der Hauptteil des Abends war bewusst auf persönlichen Austausch angelegt: An fünf Tischen kamen die Teilnehmenden in kleinen Gruppen mit je einem Gast ins Gespräch, ehe die Gäst:innen im Viertelstundentakt weiterrückten, bis jede Runde mit allen fünf gesprochen hatte. Statt eines Frontalvortrags entstanden kleine, persönliche Runden, in denen auch “unbequeme” Fragen Platz hatten: Worauf achten Arbeitgeber in Bewerbung und Gespräch? Welche Fähigkeiten tragen über Branchengrenzen? Wie präsentiert man sich überzeugend, und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Wort Beratung?

Aus den Antworten schälte sich heraus, wie sehr sich der Eindruck des Verschlossenen korrigieren lässt. Sichtbarkeit, so ein wiederkehrender Gedanke, entsteht gerade dort, wo sich sonst wenige Studierende hinbewegen; wer öffentlich spricht, auftritt oder an Veröffentlichungen mitwirkt, wird wahrgenommen, und Netzwerken fällt aus dieser Sichtbarkeit meist leichter. Auch der oft mystifizierte Beratungsberuf verlor an Rätsel: Heruntergebrochen folge er stets demselben Dreischritt, ein Problem erkennen, es präzise beschreiben, Lösungswege erarbeiten. Für das eigene Profil empfahlen die Gäst:innen etwas Unspektakuläres, nämlich eine ehrliche Liste der eigenen Fähigkeiten, gerade auch der vermeintlich „banalen", weil vieles, was einem selbst selbstverständlich vorkommt, für andere längst nicht so ist. Dem ein oder anderen mag der Hinweis helfen, dass auch Bewerbungen für Stellen, die man gar nicht anstrebt, sich lohnen können, weil sie manchmal neue Perspektiven eröffnen und Routine schaffen für den Moment, der wirklich zählt. Und vielleicht der befreiendste Hinweis: Ob Generalist mit breiten Interessen oder Spezialistin mit Hang zum “Rabbit hole”, für beides gibt es passende Berufsbeschreibungen. 

Vielleicht war das die eigentliche Botschaft des Abends: Der Weg in Beratung, Sicherheitswirtschaft oder Verteidigung wirkt aus der Ferne oft viel schwieriger, als er ist. Wer die richtigen Fragen stellt, sichtbar wird und auch zunächst unbekannte Gelegenheiten ergreift, verkürzt die Strecke Schritt für Schritt. Die hier erlebte Nähe zwischen Hörsaal und Berufspraxis wollen wir weiter herstellen, in Formaten, die Studierende mit nahbaren und inspirierenden (Young) Professionals in einen Raum bringt.

Unser Dank gilt den fünf Gäst:innen für ihre Offenheit und die konkreten Einblicke hinter die Kulissen ihrer Berufsfelder sowie allen Teilnehmenden für ihr Interesse und ihre klugen, mitunter schwierigen Fragen. Ein besonderer Dank gebührt Laura für die engagierte Projektleitung und Moderation des Abends und die hervorragende Zusammenarbeit, ohne die die zweite FAUST Career Night in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.