Der Vortrag begann mit einer Einführung in aktuelle geopolitische Herausforderungen und deren Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie. Im Mittelpunkt standen Fragen der digitalen Sicherheit, insbesondere im Finanzsektor, sowie der technologischen Souveränität Europas. Als Beispiel für innovative diplomatische Ansätze wurde das Konzept digitaler Botschaften vorgestellt, das unter anderem von Luxemburg erprobt wird.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den geopolitischen Bedrohungen der Gegenwart. Thematisiert wurden Cyberangriffe auf Staaten, Versuche der Einflussnahme auf demokratische Wahlen sowie die aktuelle Bedrohungslage und Sicherheitswahrnehmung in Deutschland.
Unter dem Titel „Leveling up Democracy“ widmete sich Hendrik Lesser der gesellschaftlichen und politischen Rolle von Videospielen. Dabei beleuchtete er die Arbeit von Branchenverbänden wie der European Games Developer Federation (EGDF) und betonte die Verantwortung der Spieleindustrie für die Stärkung demokratischer Werte. Zudem diskutierte er die Rolle der Verteidigungspolitik im digitalen Raum und vertrat die Auffassung, dass Videospiele und digitale Technologien zunehmend zu einem relevanten Bestandteil moderner Konflikte geworden sind.
Anhand des Spiels „Death from Above“, in dem die Spielerinnen und Spieler die Rolle eines ukrainischen Drohnenoperators übernehmen, verdeutlichte Lesser die zunehmende Nähe zwischen virtuellen Spielwelten und realen Konfliktsituationen. Diese Entwicklung stelle die Branche vor neue ethische und gesellschaftliche Herausforderungen, etwa im Umgang mit sensiblen Inhalten oder der Darstellung historisch belasteter Symbole.
Im weiteren Verlauf des Vortrags wurde die psychologische und mediale Dimension moderner Konflikte thematisiert. Dabei wurde aufgezeigt, wie Bilder, Videos und Memes aus Krisen- und Kriegsgebieten über soziale Medien verbreitet und rezipiert werden – unabhängig davon, ob sich deren Authentizität später bestätigt oder nicht. Die Bedeutung dieser Form der Informationsvermittlung wurde durch Beispiele aus der internationalen Berichterstattung sowie durch Kooperationen mit ukrainischen Partnerorganisationen verdeutlicht.
Abschließend wurde auf die Herausforderungen des digitalen Informationsraums eingegangen. Neben der Verbreitung von Desinformation und Propaganda wurden auch Cyberangriffe sowie die gezielte Veröffentlichung persönlicher Daten als Mittel moderner Konfliktführung diskutiert. Der Vortrag verdeutlichte damit eindrucksvoll die enge Verflechtung von Technologie, Medien und Geopolitik in einer zunehmend digitalisierten Welt.