Guest Lecture - Women Leading Change in the DR Congo: Rethinking Security from the Ground Up

Am 15.06.2026 durften wir Frau Neema Namadamu für einen online Vortrag mit dem Thema „Women Leading Change in the DR Congo: Rethinking Security from the Ground up“ begrüßen. Da sich Frau Namadamu aktuell in der DRK aufhält, wurde die Veranstaltung hybrid gestaltet, weshalb einige von den 25 Teilnehmer*innen den gestreamten Vortrag vor Ort besuchten und sich weitere Teilnehmer*innen online zuschalteten.

Neema Namadamu ist eine kongolesische Friedensaktivistin, NGO Gründerin, ehemalige Parlamentsabgeordnete und ehemals leitende Beraterin des kongolesischen Ministers für Geschlechterfragen und Familie. Seit vielen Jahren setzt sie sich für die Rechte von Mädchen und Frauen sowie von behinderten Menschen in der DRK ein. Zu Beginn des Vortrags erklärte sie uns die Programme von „herowomenrising.org“, einer ihrer Organisationen. So erfuhren wir über die Schwerpunkte emergency, environment, economic empowerment und education der Organisation, die Frauen und Mädchen unterstützt. Mit diesen Programmen möchte sie das Fundament legen, auf dem sich Mädchen und Frauen in der DRK ein selbstbestimmtes und freies Leben aufbauen können. Da sich in der DRK traditionell Frauen um die Versorgung und das Wohlergehen der Familien und communities kümmern, sind diese auch als erstes von Krisen wie der Klimakrise oder dem aktuellen Ebola Ausbruch betroffen. Mit den Programmen hilft sie „on the ground“, da sie weiß, welche Hürden Mädchen und Frauen alltäglich begegnen. So kann sie Gelder gezielt für deren Überwindung einsetzen. Dies brachte sie zu ihrer Kritik, dass die internationale Gemeinschaft für die DRK nicht existiere, da diese ihre Probleme zwar zur Kenntnis nehme, aber keine Verantwortung übernimmt. Ein Grund der hierfür genannt wurde, ist, dass der Konflikt in der DRK schon so lange anhält, dass ihn die internationale Gemeinschaft nur schwer einordnen und angemessen auf seine Komplexität reagieren kann. Auch sprach Frau Namadamu über strukturelle Probleme, durch die Gelder, die von Regierungen oder großen NGOs zur Verfügung gestellt werden, nicht bei den Betroffenen ankommen. 

 

Nach der Hälfte der Zeit bekamen die Teilnehmenden Raum um Fragen zu stellen, der gerne genutzt wurde. Auf alle Fragen antwortete Frau Namadamu detailliert und ausführlich, mit Informationen, die über die öffentliche Berichterstattung hinaus gehen. Die Teilnehmenden bekamen dadurch die Möglichkeit (Konflikt-)Zusammenhänge zu erkennen und diese mit dem Handeln internationaler Akteure in Bezug zu setzen. So gab sie beispielsweise differenzierte Einblicke in die Auswirkungen der Miliz M23 auf das Alltagsleben der Menschen im Osten der DRK und die Veränderungen der Sicherheitslage für die Bevölkerung durch die stärker werdende Präsenz verschiedener Milizen. 

 

Trotz der ernsten und komplexen Themen die während des Vortrags angesprochen wurden, schaffte es Neema Namadamu eine kraftvolle positive Atmosphäre zu verbreiten. Ihre herzliche Art und die von ihr erzählten Anekdoten von Treffen mit internationalen Politiker*innen und Repräsentant*innen, die sich aus vielen Jahren höchstem Engagements angesammelt haben, inspirierte die Teilnehmenden sehr. Die Projektgruppe Demokratische Republik Kongo der Hochschulgruppe Internationale Sicherheitspolitik Erfurt bedankt sich herzlichst bei Frau Namadamu, dass sie sich die Zeit für einen Vortrag bei uns genommen hat.