Zugleich braucht Europa angesichts aktueller Bedrohungen mehr Geschlossenheit und Handlungsfähigkeit. Dafür müssen auch Szenarien vorbereitet werden, wie Blockaden einzelner Mitgliedstaaten, etwa durch Ungarn oder die Slowakei, bei zentralen sicherheitspolitischen Fragen verhindert oder umgangen werden können. Auch die Rolle der Vereinten Nationen wurde kritisch betrachtet. Am Beispiel der Straße von Hormus zeigte sich, dass Europa sich in Krisen nicht vollständig auf die UN verlassen kann, da der Sicherheitsrat durch China und Russland häufig blockiert wird.
Insgesamt wurde deutlich: Die liberale Ordnung steht unter Druck, ist aber nicht zwangsläufig am Ende. Entscheidend sind mehr politische Risikobereitschaft, bessere Krisenvorsorge und ein Deutschland, das trotz historischer Verantwortung und gesellschaftlicher Skepsis stärker die sicherheitspolitische Führungsrolle in Europa übernimmt.