Als Referentinnen und Referenten konnten wir Carlotta Brandis (FAZ), Prof. Dr. Christopher Daase (PRIF), Felix Scholtysik (Fuchs&Cie) und Maria Winkler (GIZ) begrüßen. In ihren jeweiligen Perspektiven spiegelten sich unterschiedliche Arbeitslogiken wider: Von Journalismus und Wissenschaft über Strategieberatung bis hin zur internationalen Zusammenarbeit. Die Teilnehmenden konnten ähnliche Fragen an sehr verschiedene Berufswelten richten und anschließend vergleichen, wie unterschiedlich (oder ähnlich) Auswahlkriterien, Alltagsroutinen und Erfolgsfaktoren in den jeweiligen Feldern ausfallen. Das Format war hier bewusst auf persönlichen Austausch angelegt. In mehreren Gesprächsrunden rotierten die Referierenden zwischen den Tischen, sodass alle Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, in kleiner Runde direkt nachzufragen. Dadurch entstand eine Gesprächsatmosphäre, in der auch „unangenehme“ Fragen Platz hatten: Wie wichtig ist der Abschluss an einer Prestige Universität? Wo zählen Netzwerke, wo zählt belastbare Arbeitserfahrung? Welche Praktika sind Einstiegstüren und welche womöglich Sackgassen? Und wie geht man damit um, wenn der eigene Weg nicht geradlinig verläuft?
Inhaltlich zog sich ein Leitmotiv durch alle Runden: Karrieren entstehen selten linear. Wiederholt wurde betont, dass thematischer oder geografischer Wechsel nicht automatisch als Bruch, sondern oft als Ressource gelesen werden können, wenn sie plausibel erklärt und durch konkrete Ergebnisse untermauert werden. Ebenso deutlich wurde, dass „Fit“ häufig über handwerkliche Basics entschieden wird: Sauber schreiben, komplexe Lagen strukturieren, Stakeholder verstehen, Projekte zuverlässig liefern. Diese Fähigkeiten sind in allen Bereichen gefragt, unabhängig davon, ob man später in Medien, Forschung, Beratung oder Implementierung arbeitet. Für viele Teilnehmende besonders hilfreich waren die sehr praktischen Hinweise zur Orientierung: Wie findet man Themen, an denen man glaubwürdig dranbleibt? Wie baut man ein Profil auf, ohne sich zu früh festzulegen? Die Diskussionen zeigten: Mut zum Ausprobieren, strategische Lernschritte und eine klare Reflexion der eigenen Entscheidungen sind oft entscheidender als der „perfekte“ Lebenslauf.
Wir danken unseren Gästen herzlich für die Offenheit und die konkreten Einblicke – und allen Teilnehmenden für das große Interesse sowie die engagierten, klugen Fragen. FAUST Frankfurt nimmt aus dem Abend viel Rückenwind mit und freut sich auf weitere Formate, die Studium, Praxis und sicherheitspolitische Debatten enger miteinander verbinden.



