In einer sich immer weiter entwickelnden Welt mit einer Vielzahl von Technologien wächst die Bedrohung für unsere Sicherheit stetig an. Es stellt sich die Frage: Wie sehen die Schlachtfelder unserer Zukunft aus? Wie spielt KI mit hinein und wie schützt man sich vor Gefahren aus dem Weltraum? Mit diesen Fragestellungen beschäftigte sich die 18. Aufbauakademie des BSH.
Am Sonntag, den 2. August, startete die AAK zum Thema „Die Schlachtfelder der Zukunft". Als Erstes gab es hierfür einen Vortrag von Herrn Steudle zu „Technologische Entwicklung und Einflüsse auf die Sicherheitspolitik am Beispiel Weltraum, KI und Quantentechnologien". Die Teilnehmenden bekamen hier Begriffe erklärt, Zusammenhänge visualisiert und erfuhren, womit sich Herr Steudle an der TU Chemnitz im Rahmen seiner Promotion beschäftigt. Darauf folgte von Herrn Nieke, wissenschaftlicher Oberrat an der BAKS, eine Einführung zum Schreiben von Policy Papers.
Nach einer erholsamen Nacht ging der zweite Tag mit einem Besuch beim Bundesministerium der Verteidigung los, bei welchem wir eine Führung zum Ehrenmal der Bundeswehr bekamen. Anschließend folgte ein Briefing zum Thema „Vom Kriegsbild zum Fähigkeitsbedarf: Wie das BMVg die Bundeswehr auf die Schlachtfelder der Zukunft ausrichtet" von Herrn Hetzer (Planungsamt der Bundeswehr). Anschließend ging es zum Auswärtigen Amt, bei dem die Teilnehmenden etwas über dessen Arbeit zu Weltraum- und Cyberdiplomatie erfuhren. Die Sicht aus der Praxis gab uns Herr Jansen vom Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie e. V. (BDSV), der über „Cybersicherheit in der Verteidigungspolitik" sprach und einen besseren Einblick in seine Arbeit gab. Der Abend wurde mit einem Vortrag der Regisseurin, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Tetiana Vysotska abgerundet. Die Geschichten aus ihren Kurzfilmen „Sie und der Krieg" zeigten, wie drei verschiedene Frauen im Ukrainekrieg Resilienz beweisen und welchen Bedrohungen sie dadurch ausgesetzt sind.
Der dritte Tag startete am Morgen mit einem Besuch bei der Taipeh Vertretung, bei dem sich deren Repräsentant, Dr. Klement Gu, die Zeit nahm, um über Taiwans Maßnahmen gegen hybride Bedrohungen, die dort eingesetzten Technologien und die gesellschaftliche Resilienz Taiwans zu sprechen. Im Anschluss ging es mit Herrn Huckfeldt von OHB zurück in den Weltraum. In seinem Vortrag ging er auf den Weltraum als Schlüsselbereich der Zukunft ein und zeigte auf, welche Bedeutung Satelliten und weltraumgestützte Technologien bereits heute für Sicherheit und Verteidigung haben. Dabei zeigte sich, dass der Weltraum längst nicht mehr nur ein Ort für wissenschaftliche Forschung ist, sondern zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil moderner Konflikte und hybrider Bedrohungen wird.
Am Nachmittag ging es beim European Space Policy Institute (ESPI) weiter. Frau Pohl, Research Fellow am ESPI, sprach über „Weltraumsicherheit und -verteidigung: Herausforderungen hybrider Bedrohungen im Kontext des Kriegs in der Ukraine". Dabei trat besonders hervor, wie stark der Krieg in der Ukraine auch den Weltraum als strategischen Bereich betrifft und welche neuen Herausforderungen sich daraus für die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik ergeben.
Den Abschluss des dritten Tages bildete ein Gespräch mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Frau Dr. Warnke, stellvertretende Leiterin der Abteilung Foresight und Leiterin des Geschäftsfeldes „Foresight für Politik und Verwaltung", gab den Teilnehmenden einen Einblick in das Thema Strategic Foresight. Dabei ging es darum, wie mögliche zukünftige Entwicklungen frühzeitig erkannt, analysiert und in politische Entscheidungen einbezogen werden können. Gerade mit Blick auf die schwer vorhersehbaren Entwicklungen auf den Schlachtfeldern der Zukunft wurde greifbar, wie wichtig es ist, nicht nur auf bestehende Bedrohungen zu reagieren, sondern sich auch auf mögliche zukünftige Szenarien vorzubereiten.
Der vierte Tag startete mit einem Besuch des Berlin Story Bunkers. Bei einer Führung und dem anschließenden Austausch mit dem Kriegsreporter Enno Lenze standen vor allem die Lehren des Ukrainekrieges im Mittelpunkt. Durch seine persönlichen Erfahrungen aus Kriegsgebieten konnten die Teilnehmenden einen direkten Einblick in die Auswirkungen moderner Kriegsführung erhalten. Dabei zeigte sich erneut, dass neben technologischen Entwicklungen auch die menschliche Perspektive und die Erfahrungen vor Ort eine wichtige Rolle bei der Betrachtung zukünftiger Konflikte spielen.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter zur Finnischen Botschaft. Dort hielt Frau Saarikoski, Deputy Head of Mission an der Botschaft von Finnland, einen Vortrag zum Thema „Comprehensive Security: What Germany Can Learn from Finland's Whole-of-Society Defence Model". Dabei wurde das finnische Konzept einer gesamtgesellschaftlichen Verteidigung vorgestellt. Besonders interessant war, wie Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam zur Widerstandsfähigkeit eines Landes beitragen können. Finnland zeigt damit, dass Sicherheit nicht allein Aufgabe der Streitkräfte ist, sondern von der gesamten Gesellschaft getragen werden muss.
Den Abschluss des Tages bildete ein Austausch mit BwConsulting zum Thema „Planung und Beschaffung für das Schlachtfeld der Zukunft". Dabei bekamen die Teilnehmenden einen Einblick darin, wie die Bundeswehr auf zukünftige Anforderungen vorbereitet wird und welche Herausforderungen mit der Planung und Beschaffung neuer Fähigkeiten verbunden sind. Gerade angesichts der schnellen technologischen Entwicklungen wurde spürbar, wie schwierig es ist, heute Entscheidungen zu treffen, die auch auf den Schlachtfeldern von morgen noch relevant sein sollen.
Damit führte auch der vierte Tag der Aufbauakademie noch einmal vor Augen, wie vielfältig die Herausforderungen zukünftiger Sicherheitspolitik sind. Von den Erfahrungen aus dem Ukrainekrieg über gesellschaftliche Resilienz bis hin zu Planung und Beschaffung zeigte sich, dass die Schlachtfelder der Zukunft nicht nur durch neue Waffen und Technologien geprägt sein werden. Vielmehr werden auch politische Entscheidungen, internationale Zusammenarbeit, technologische Entwicklungen und die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaften darüber entscheiden, wie gut wir auf zukünftige Bedrohungen vorbereitet sind.


