Veranstaltungsbericht: Gespräch und Fahrradtour mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (BSH Münster, 15.06.2026)

Zum Veteranentag. Eine Beleuchtung des Umgangs mit Kriegstoten, mit Geschichte – und mit

der Gegenwart.

Wie gehen wir um mit unserer Geschichte? Wie gehen wir um mit Verlust, als Individuum und als Gesellschaft? All dies sind Fragen, die hinsichtlich des Krieges in der Ukraine und aktueller Debatten um Wehrdienst und Resilienz wieder in unser Bewusstsein drängen. Der zweite Nationale Veteranentag sollte zum Anlass dienen, sich diese Fragen mit Menschen zu stellen, die ihnen in ihrer Arbeit häufig begegnen. So luden der Arbeitskreis Sicherheitspolitik an der Universität Münster (ASiUM) und die Volkshochschule Münster (VHS) ein zum Gespräch mit Jens Effkemann, Regionalgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (Volksbund) in Westfalen-Lippe.

 

Zu den Aufgabenbereichen des Volksbundes gehören neben der Fürsorge für deutsche Kriegsgräber in 46 Ländern auch das Gedenken sowie die Bildungs- und Jugendarbeit. Dabei gilt die Arbeit nicht nur verstorbenen Soldaten, sondern auch zivilen Opfern von Gewalt und Vertreibung in Kriegskontexten. Diese Arbeit verrichtet der Volksbund in hoheitlichem Auftrag für die Bundesrepublik – eine Einmaligkeit in der ansonsten weltweit staatlich geregelten Kriegsgräberfürsorge.

 

Wie sehr die Arbeit und die Themen des Volksbundes tatsächlich im Alltag verankert sind, machte eine Fahrradtour deutlich, die sich dem Gespräch anschloss. Hier führte uns Herr Effkemann zu potenziell problematischen Kriegsdenkmälern, zu nicht mehr existenten Friedensdenkmälern und zu Kriegsgräbern des Stadtgebietes. Allesamt Orte, an denen jeder tagtäglich vorbeizieht, ohne sich ihrer Geschichten bewusst zu sein.

 

Der ASiUM dankt Herrn Effkemann dafür, uns diesen Themen und Orten näher gebracht zu haben. Auch dankt er dem Volksbund und der VHS für ihr Engagement und ihre Kooperation.