Veranstaltungsbericht: Veteranentag 2026

Im Rahmen der Zentralveranstaltung zum Nationalen Veteranentag 2026 fand auf der Kleinen Bühne in Berlin die Podiumsdiskussion „Zwischen Front und Familie – Veteranen im Spannungsfeld von Dienst und Zivilgesellschaft“ statt. Gemeinsam organisiert vom Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen, dem Bund Deutscher EinsatzVeteranen e. V. und UA Veterans Germany diskutierten Brigadegeneral a. D. Dr. Michael Bartscher (Bund Deutscher EinsatzVeteranen e. V.), Brigadegeneral a. D. Carsten Rasmussen (Vorsitzender der Danish Veterans Association) sowie Anthony J. Wilson MBA BM (Vorsitzender der Royal British Legion Germany) unter der Moderation von Josef Hebeda über die Herausforderungen des Übergangs vom militärischen Dienst in das zivile Leben sowie über die Bedeutung von Familie, gesellschaftlicher Anerkennung und Veteranenkultur.

Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein eindrucksvoller Impuls des ukrainischen Unteroffiziers und Musikers Moisei Bondarenko. Er schilderte seine persönliche Wahrnehmung des Veteranentages und berichtete eindrücklich über die aktuelle Lage in der Ukraine. Seine Ausführungen machten deutlich, welche Belastungen der Krieg für die Soldatinnen und Soldaten sowie für die ukrainische Gesellschaft insgesamt mit sich bringt. Zugleich verdeutlichte er die besondere Bedeutung, die Veteraninnen und Veteranen in einem Land haben, das sich seit Jahren im Krieg befindet.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Rückkehr aus dem Einsatz weit mehr ist als der Wechsel in einen neuen Beruf oder Lebensabschnitt. Die Teilnehmer betonten übereinstimmend die zentrale Rolle der Familie bei der Wiedereingliederung von Veteraninnen und Veteranen. Partnerinnen und Partner, Kinder sowie das soziale Umfeld seien häufig die wichtigste Stütze nach belastenden Einsätzen und spielten eine entscheidende Rolle dabei, den Übergang in das zivile Leben zu bewältigen. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass auch Angehörige Unterstützung benötigen, da sie die Folgen militärischer Einsätze oftmals unmittelbar mittragen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die langfristige Begleitung ehemaliger Soldatinnen und Soldaten. Unterstützung dürfe nicht mit dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst enden. Vielmehr müsse sie auch nach der Rückkehr ins zivile Leben verfügbar sein – insbesondere dann, wenn psychische Belastungen oder einsatzbedingte Erkrankungen wie eine Posttraumatische Belastungsstörung erst Monate oder Jahre später sichtbar werden. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass nachhaltige Betreuungsangebote und starke Veteranennetzwerke entscheidend sind, um Veteraninnen und Veteranen dauerhaft zu unterstützen.

Darüber hinaus nahm das Thema Veteranenkultur einen breiten Raum ein. Im internationalen Vergleich wurde deutlich, dass eine sichtbare gesellschaftliche Wertschätzung für Veteraninnen und Veteranen wesentlich dazu beiträgt, ihre Leistungen anzuerkennen und ihre Integration in das zivile Leben zu erleichtern. Die Erfahrungen aus Dänemark und Großbritannien zeigten, wie etablierte Veteranenorganisationen und gesellschaftliche Anerkennung den Zusammenhalt stärken können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich auch in Deutschland eine lebendige Veteranenkultur weiterentwickelt und der Nationale Veteranentag hierfür einen wichtigen Beitrag leistet.

Soldatinnen und Soldaten bleiben auch nach dem Ende ihrer aktiven Dienstzeit Soldatinnen und Soldaten. Die Erfahrungen aus dem Dienst prägen ihr Leben dauerhaft. Umso wichtiger sind gesellschaftliche Anerkennung, verlässliche Unterstützungsstrukturen und eine gelebte Veteranenkultur, die den besonderen Erfahrungen und Leistungen von Veteraninnen und Veteranen gerecht wird. Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Übergang in das zivile Leben eine gemeinsame Aufgabe von Staat, Gesellschaft, Familien und Veteranenorganisationen ist.