Veranstaltungsbericht: Vortrag zu Seltenen Erden und Europäischen Abhängigkeiten (29.03.26)

Unsere Sicherheit und unser Wohlstand hängen an wenigen Gramm eines Materials, das kaum sichtbar ist – und doch unverzichtbar: Seltene Erden. Doch angesichts der Verteilung von Abbau- und Aufbereitungsstätten droht Europa weiter in kritische Abhängigkeiten zu geraten. Wie also sichern wir unsere Sicherheit und unseren Wohlstand in einer Welt voller geopolitischer Spannungen?

Seltene Erden sind aus unserer Industrie nicht mehr wegzudenken. Ebenso spielen sie in den Nachrichten immer wieder eine Rolle, etwa wenn China gegenüber Japan oder den USA mit einem Exportstopp der so wichtigen Ressource droht. Doch was bezeichnet der Begriff? Und woher kommen die Abhängigkeiten? 

 

Zunächst half uns ein Blick auf das Periodensystem: Die sog. Seltenerdmetalle sind eine Gruppe von 17 chemischen Elementen. Deren Vorkommen an sich sind zwar nicht selten, jedoch sind deren Abbau und Aufbereitung aufwendig und umweltschädlich. Hierin liegt einer der Gründe für die ungleiche Marktverteilung, denn Europa und die USA haben in Abwägung der Umweltfaktoren den eigenen Abbau lange Zeit reduziert. Hinzu kommt, dass die Konzentration von Seltenerdenmetallen in chinesisch kontrollierten Abbaustätten um einiges höher liegt. 

 

Nach dieser grundlegenden Einsicht betrachteten wir die Palette der von seltenen Erden abhängigen Industrieprodukte. Hier wurde deutlich, dass es vor allem um die Seltene-Erden-Magnete geht, die für die Industrie so bedeutend sind. Denn ob moderne Verteidigungssysteme, Robotik, E-Autos oder die Energieinfrastruktur der Zukunft: Seltene-Erden-Magnete sind zu strategischen Schlüsselfaktoren geworden. 

 

So sind im Weiteren die zentralen geopolitischen Risiken und Abhängigkeiten entlang der Wertschöpfungskette beleuchtet worden. Im Kern stand die Frage, welche konkreten Handlungsspielräume Europa bleiben, um die eigene strategische Autonomie zu wahren und zu stärken.

 

Bereits während des Vortrags meldete sich das interessierte Publikum mit Detailfragen zu Wort, die dem Referenten Raum zur weiteren Vertiefung und Beleuchtung des Themas gaben. Entsprechend rege und erhellend war auch die anschließende Diskussion. Bei Abschluss der Veranstaltung hatten wir daher das befriedigende Gefühl, ein Thema grundlegend beleuchtet zu haben, das oft behandelt, doch selten erläutert wird.