Veranstaltungsbericht: zivile Arbeit in internationalen Friedensmissionen - Gespräch mit einem ehemaligen Sekundierten des ZIF (HSG Münster, 12.06.26)

Wie sieht zivile Friedensarbeit aus? Und welche Herausforderungen stellen sich ihr? Georg Albers (ZIF) berichtete.

Kriege, Krisen und Konflikte hat es immer gegeben. Doch welche Maßnahmen gibt es zur nichtmilitärischen Prävention und Bewältigung von Konflikten? Wie sieht solch eine zivile Friedensarbeit aus und wie wird man Teil davon?

 

Georg Albers ist Professor an der Katholischen Hochschule Nordrhein-WesKalen und ausgebildeter Mediator. Als Sekundierter des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) war er Teil der OSZE Special Monitoring Mission (OSCE SMM) in der Ukraine, der EU Monitoring Mission (EUMM) in Georgien sowie des European External Service (EASS) in Brüssel. Er berichtete von der Arbeit ziviler Fachräftee in internationalen Friedensmissionen.

 

Herr Albers begann mit einer Vorstellung des ZIF und dessen Strukturen. Im Zentrum stand das Sekundierungssystem, mittels dessen sich Personen aus dem Expertenpool des ZIF für befristete Positonen in Friedensmissionen etwa der EU, der UN, der NATO oder der OSZE bewerben können. Darauf folgte eine Einführung in die allgemeine Theorie des Konfliktverlaufs und der Konfliktanalyse. Deutschlands Beitrag, vor allem zur Friedensarbeit der UN und der OSZE, wurde beleuchtet, ebenso die Bedeutung und die Vielfalt der Mandate von Friedenseinsätzen.

 

Nach diesen allgemeinen Darlegungen gab Herr Albers Einblicke in seinen persönlichen Werdegang, der ihn schließlich auch zum ZIF führte. Von diesem wurde er als Mediator in die Ukraine und als Politischer Berater nach Georgien entsandt. Er berichtete von persönlichen, professionellen und situativen Herausforderungen, die diese Aufgaben mit sich brachten. Ebenso aber berichtete der Referent von Erfolgserlebnissen und von bereichernden Erfahrungen, die sie ihm brachten.

 

Mit Einblicken aus seinen Einsätzen in „heißen“ (Ukraine) und „erkalteten“ (Georgien) Konflikten bis hin zum diplomatischen Umfeld in Brüssel stellte der Referent ein weites Spektrum an Arbeitsumfeldern dar. Unter diesen lebhaften Eindrücken entstand im Anschluss ein angeregter Austausch. Neben den Herausforderungen der Mediationsarbeit in einem diversen und spannungsreichen Umfeld ging es dabei auch um derzeitige und zukünftiige Herausforderungen der Friedensarbeit hinsichtlich geopolitischer Verschiebungen.

 

Der Arbeitskreis für Sicherheitspolitik an der Universität Münster (ASiUM) dankt dem Referenten herzlich für die Einsichten und den Austausch und wünscht ihm und dem ZIF in ihrer Arbeit weiterhin alles Gute, viel Durchhaltevermögen und, vor allem, viel Erfolg.