Von der Ukraine über Afghanistan bis nach Asien

Mit dem Ziel, die Studierenden in sicherheitspolitische Themen einzuführen, fand im April zum 20. Mal die Sicherheitspolitische Grundakademie des Bundesverbandes Sicherheitspolitik an Hochschulen (BSH) statt. Insgesamt 17 Studierende erlebten zum Jubiläum ein abwechslungsreiches Programm. Der Besuch in der ukrainischen Botschaft war für viele das Highlight des Seminars.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der XX. Grundakademie vor dem Auswärtigen Amt. (Foto: BSH)

Dass sich die Ukraine stark von Russland distanziert und  offen ihre Zugehörigkeit zu Europa bekundet, war die zentrale Aussage, welche die Studierenden in der ukrainischen Botschaft erhielten. Der Gesandte der Botschaft Herr Vasyl Khymynets stellte sich nach einem Einführungsvortrag zur Lage und persönlichen Einschätzung der Situation in der Ukraine offen und ehrlich den vielen Fragen. Informationen, welche die deutschen Nachrichten nur unzureichend berichten, wie die große Bedeutung der russischen Sprache in der Ukraine sowie die Notwendigkeit über Reformen, die den gesamten Staatsapparat verändern sollen, sprach Herr Khymynets offen an.

 

Einblicke in den Afghanistan-Konflikt

 

Auch der Besuch im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) bot den Teilnehmenden einen lebendigen Einblick in die deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Oberstleutnant Köhnke stellte die Arbeit des BMVg vor, erläuterte die Historie des Bendlerblocks und zeigte die Hintergründe zum Ehrenmal der Bundeswehr auf. 

In einem bewegenden Vortrag schilderte Oberstleutnant von Blumröder seine Erfahrungen aus dem Einsatz in Afghanistan im Zuge der Operation Halmazag. Mit privaten Aufnahmen von Bundeswehrsoldaten im Kampf, im Austausch mit der Afghanischen Nationalarmee und mit der einheimischen Bevölkerung, bekamen die Studierenden tiefe Eindrücke vom Einsatz, weitab von dem in den Medien vermittelten Bild. 

Der Vortrag über die Arbeit der Vereinten Nationen in afrikanischen Krisenländern mit Fokus auf Afghanistan und Mali von Lieutenant Colonel Alberto Fidalgo Serradilla stellte eine Vorbereitung auf das Thema „Afghanistan“ dar. Seine Auslandserfahrungen in zahlreichen weiteren Ländern, wie El Salvador, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Sudan und Guinea-Bissau, machten die Erläuterungen zum Vorgehen der aus seiner Sicht militärisch erfolgreichen UN-Peacekeeping-Operations besonders authentisch. Auch die Arbeit der Polizei, des Provincial Reconstruction Teams (PRT) und der UN-Hilfsorganisationen stellte der Lieutenant Colonel vor. Auf die Zukunftsprognosen Afghanistans kam Philipp Münch von der Stiftung Wissenschaft und Politik zu sprechen. Die wissenschaftlichen Analysen kombiniert mit den eigenen Erfahrungen vor Ort des Referenten, vermittelten den Studierenden ein umfassendes Wissen über den gesamten Afghanistan-Konflikt.

 

Asien im Fokus

 

Neben der Ukraine, Afghanistan und Mali wurde auch der aktuelle Brennpunkt der internationalen Sicherheitspolitik „Asien“ vertieft. Der China-Japan Inselkonflikt sowie die Lage Nordkoreas unter der Führung von Kim Jong-un waren hierbei die Schwerpunkte im Vortrag von Markus Liegl von der Goethe Universität Frankfurt am Main. Beim Besuch im Auswärtigen Amt (AA) erfuhren die Studierenden dann mehr über das Arbeiten in der internationalen Politik. Nach einer aufschlussreichen Einführung über die Arbeit des AA stellte sich eine Referentin aus dem Nato-Referat den vielen Fragen der Teilnehmenden, die von Berufschancen bis zu aktuellen sicherheitspolitischen Themen reichten. 

 

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erarbeiteten zusammen die Abfolge der Konflikteskalationsstufen nach Friedrich Glasl. Im Anschluss übertrugen sie ihre Ergebnisse auf den Ukraine-Konflikt. (Foto: BSH)

 

 

Der Gesandte des Botschafters Vasyl Khymynets stellte sich in der ukrainischen Botschaft offen den Fragen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer. (Foto: Nitschke/BSH)